Der Patient sitzt auf dem Stuhl, Sie blicken in den Mund — und sehen, was Sie sehen. Fehlende Zähne, abradierte Höcker, eine alte Krone. Aber wie stark beißt dieser Mensch tatsächlich? Und ist diese Kraft symmetrisch? Die meisten Praxen beantworten diese Fragen noch immer mit einer Schätzung. Innobyte von Kube Innovation ändert das.
01Warum die Beißkraft wichtig istDie Zahl, die in jeder Erstdokumentation fehlt
Die Okklusionskraft ist einer der zentralen funktionellen Parameter des Kauapparats — dennoch erfasst sie die routinemäßige Erstuntersuchung so gut wie nie. Dabei entscheidet genau sie darüber, ob eine prothetische Rekonstruktion langfristig hält, ob ein Implantat die Belastung übersteht oder ob der Patient von der Behandlung, in die er investiert hat, überhaupt profitiert.
Forschungsergebnisse zeigen wiederholt, dass eine Asymmetrie der Okklusionskraft zwischen links und rechts mit einer Asymmetrie der Kaumuskulatur und der Verteilung der Okklusionskontakte korreliert. Mit anderen Worten: Die Zahl vom Gerät ist nicht nur eine Zahl — sie ist der funktionelle Abdruck davon, wie das stomatognathische System des Patienten tatsächlich arbeitet.
02Was ist InnobyteBilaterale Messung in wenigen Sekunden
Innobyte ist ein tragbares Gerät zur Messung der Okklusionskraft. Seine entscheidende Eigenschaft steckt im Namen: bilateral. Während herkömmliche Dynamometer die gesamte Beißkraft als eine einzige Summe messen, erfasst Innobyte die linke und rechte Seite unabhängig und gleichzeitig — in Newton, direkt am Display in der Praxis.
Der Mundstückaufsatz ist blau, ergonomisch geformt und erhält vor jedem Patienten einen Einwegschutzbezug. Keine Kalibrierung, keine zusätzliche Software. Vier Schritte, die jedes Teammitglied beherrscht:
- Vorbereitung — Einwegschutzbezug auf das bilaterale Mundstück aufsetzen.
- Zubeißen — der Patient beißt gleichzeitig auf beiden Seiten zu. Das Gerät misst die Kraft links und rechts separat.
- Ablesen — das Display zeigt sofort den Newton-Wert für jede Seite sowie die Gesamtbeißkraft an.
- Dokumentation — Wert in die Patientenakte übertragen und dem Patienten erläutern, in welchem Bereich er liegt.

03ReferenzbereicheVom kritischen Defizit zur extremen Kraft
Innobyte arbeitet mit einer sechsstufigen Skala, die jedem gemessenen Wert sofortigen klinischen Kontext verleiht:
| Bereich | Stufe |
|---|---|
| 0–100 N | Kritisches Defizit |
| 100–200 N | Schwerwiegendes Defizit |
| 200–400 N | Erhebliches Defizit |
| 400–650 N | Leichtes Defizit |
| 650–1 000 N | Normbereich |
| über 1 000 N | Extreme Kraft |
Diese Stufen sind nicht nur orientierend — sie sind ein Kommunikationsinstrument. Ein Patient, der seine eigene Zahl sieht und weiß, dass er im Bereich „schwerwiegendes Defizit" liegt, versteht seine Situation anders als jemand, dem man sagt, er habe „einen schwachen Biss". Daten motivieren.
04Wo Innobyte in der Praxis passtErstuntersuchung, Prothetik, Implantologie
Die Messung ist in drei konkreten Situationen sinnvoll. Bei der Erstuntersuchung erfassen Sie den Ausgangsbefund — Symmetrie, Gesamtkraft, eventuelle Asymmetrien, die sonst verborgen blieben. Vor einer prothetischen Rekonstruktion wissen Sie, mit welcher Funktionsbelastung Sie bei der Material- und Designauswahl rechnen müssen. Nach der Eingliederung haben Sie einen objektiven Nachweis, dass die Rekonstruktion die Funktion wiederhergestellt hat — oder dass eine Nachkorrektur erforderlich ist.
Ein defizitärer Biss motiviert den Patienten häufig nicht nur zur Rekonstruktion des Gebisses, sondern kann auch auf andere gesundheitliche Probleme hinweisen. Eine plötzliche Abnahme der Beißkraft ist stets Anlass für weitere Untersuchungen.
Radek Mounajjed · Cicero Education
Eine Dokumentation mit objektivem Okklusionskraftwert ist zudem ein stärkeres Argument bei etwaigen Streitigkeiten über die Behandlungsqualität. Ein subjektives „der Biss war in Ordnung" hält dort nicht stand, wo eine konkrete Zahl mit Datum und Unterschrift vorliegt.
